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Die Tänze der Renaissance - ein großartiges Zeugnis europäischer Tanzkultur.

Thoinot Arbeau schreibt in seiner Orchésographie
"Der Tanz ist eine angenehme und nützliche Kunst, die vor allem der Gesundheit dient. Sie ziemt sich für Junge und Alte gleichermaßen - vorausgesetzt, man treibt es mit Maß und vermeidet jegliche Affektiertheit."

So soll bei uns die Freude am gemeinsamen Tanz klar im Vordergrund stehen, ohne dabei die Präzision der Ausführung zu sehr zu vernachlässigen.

Wie muss man sich den Tanz in der Zeit der Renaissance vorstellen? Zu formellen Anlässen wurden französische Tänze (Burgund) getanzt. Sehr oft stand zu Beginn ein Basse Danse, eine Pavane oder Branle. Die italienischen Tänze (Oberitalien), besonders die aus dem 16. Jahrhundert, verlangten großes Können. War dann der "offizielle Teil" vorbei, erfreuten sich alle an den englischen Tänzen in lockerer und ungezwungener Atmosphäre.

Tanzen war nicht ein reines Freizeitvergnügen! Sein damaliger Stellenwert ist aus heutiger Sicht gar nicht hoch genug einzuschätzen. Ein größeres Ereignis ohne Tanz war nicht vorstellbar. Man konnte keine gesellschaftliche Position bekleiden, ohne gut tanzen zu können. Darum war es auch nicht ungewöhnlich, dafür mehrere Stunden pro Woche zu üben.
Die Möglichkeiten dazu schufen die großen Tanzmeister der Renaissance, die erstmals die Tänze aufzeichneten und auch lehrten. Alles, was wir heute tanzen, verdanken wir ihnen.

Wir vom Renaissancetanzkreis circulus saltans puelach können mittlerweile auf eine umfangreiche Auswahl an Renaissance Tänzen zurückgreifen. Unsere Tänze basieren auf den Aufzeichnungen der großen Tanzmeister der damaligen Epoche.
Es sind dies höfische, französische Tänze aus der "Orchésographie" von Thoinot Arbeau, Altenglischer Country Dance aus "The English Dancing Master" von John Playford und Tänze des italienischen Quattrocento und Cinquecento, aufgezeichnet von Domenico da Piacenza, Guglielmo Ebreo, Antonio Cornazano, Cesare Negri und Fabritio Caroso.
© circulus saltans puelach • Johannes Schuster • Letzte Änderung: 04. Januar 2013