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Das Münchner Patriziergeschlecht der Schrenk.

Quellennachweis: Das Wappen der Familie Schrenk ist nach der Beschreibung in "Die Siegel und Wappen der Münchner Geschlechter, Otto Titan von Hefner, München 1849" und der Wappentafel der Stadt München, die anlässlich des Stadtjubiläums erstellt wurde, nachempfunden.
Die Ortsgeschichte der Gemeinde Pullach im Isartal von ihren Anfängen bis zur Jahrhundertwende, Aenne Atzenbeck, Pullach 1956:
Nachdem sich um 1354 in Pullach als Grundbesitzer die schon genannten Baierbrunner Herren, der Herzog und das Kloster Beuerberg ausweisen, hat sich nach dem Fall der Burg Baierbrunn hier eine einschneidende Umwandlung vollzogen. Der Weinczürl (=Weinbauer) verschwindet aus dem Gesichtskreis, Raeppl taucht als Pfarrer in "Branberg" auf und Gustl und Wilhelm, die Daechser, eine vermutlich größere Sippe, die zwei Huben und ein Lehen besaßen, haben auf diese zugunsten des Klosters Beuerberg, das schon seit 1354 Anrecht darauf hatte, Verzicht geleistet. (Es ist nicht ausgeschlossen, daß diese beiden Daechser die Brüder Draechsel sind, die sich aus Anlaß der herzoglichen Streitigkeiten als Flüchtlinge in Venedig und Franken wiederfinden, denn ein weiterer Bruder, Greymolt, war Probst von Baierbrunn und Marquard Pfleger im Heiliggeistspital. Sie alle waren mit Schrenckh, Schluder, Pötschner, Wilprecht, Endlzhauser, Stockhammer verwandt, die später als Pullacher Grundbesitzer bzw. Zehentempfänger auftauchen.) Die Anna Schrenckh bzw. deren Nachfolger Paul Moltzhofer, Bürger von Preßburg (Ungarn), besaß damals den Hof, auf dem Haus Warnperger aufsaß; Dr. Christoph Freisinger eine Hube, die er an den Bürger und Schuhmacher Wolf Hofmair in München verkaufte und die von Thoman Huber bemaiert wurde; das St.-Claren-Kloster am Anger ein Lehen mit Hannsel Schneider darauf; und endlich, als Hauptmerkmal dieser Veränderung, erhalten wir zum allerersten Male konkrete Nachricht über die Pullacher Kirche, "das Gotshaus", durch die Stiftung des Kaplans zum Gollier, Conradus Stör.

Bürgermagazin der Stadt Pfaffenhofen, Januar/Februar 2015 - Mehr als 500 Jahre Seniorenbetreuung in Pfaffenhofen
Angesehene Münchner Bürger stiften das erste "Seniorenheim"
Die Mpnchner Bürgerfamilie Schrenk hatte bereits im 14. Jahrhundert Besitzungen im Raum um Pfaffenhofen, das damals noch Markt war. Aufgrund dieser Beziehung zu Pfaffenhofen stiftete im Jahr 1380 der Münchner Bürger Georg Schrenk ein Spital, das hinter dem heutigen Rathaus errichtet wurde und anfangs für in Armut geratene Bürger vorgesehen war. Meist waren es ältere und kranke Menschen, die heir einen würdigen Lebensabend verbringen konnten. Über Jahrhunderte blieb dieses "Heiliggeistspital", zu dem sogar eine Kirche mit eigenem Geistlichen für die Seelsorge der Spitalbewohner gehörte, die einzige Einrichtung dieser Art. Zum Wohl der älteren Menschen wurde es seitens der Familie Schrenk und durch Spenden Pfaffenhofener Bürgerinnen und Bürger immer wieder aufgebessert.

Münchener Stadtbuch (1868) - Alte Geschlechter Münchens
Diese aus der Bürgerschaft Münchens hervorgegangene Patrizierfamilie stand schon in den ältesten Zeiten der Stadt in Würden und Aemtern. Sie besaßen ein Haus am Markt- oder heutigen Marienplatze, welches im Jahre 1555 vom Magistrate behufs Erweiterung des Landschafts-, späteren Regierungsgebäudes dem Bartholomä Schrenk abgekauft wurde.
Von dieser Familie stammt der wundervolle Steinaltar, welcher im Jahr 1841 in der St. Peterskirche hinter einem hölzernen Altare bei dessen Abruche entdeckt wurde. Derselbe steht links in der Kirche, in einer Seitenkapelle gegen den Ausgang nach dem Rathhause zu, und trägt die Jahrzahl 1372. Er stellt in erhabener Arbeit Christus als Erlöser und Weltrichter vor. Die Kapelle, in welcher dieser Altar sich befindet, ist eine Stiftung der Schrenk und Ridler aus dem Jahre 1331.
Die Schrenk'sche Familie wurde später in den Freiherrnstand erhoben, und glänzt noch gegenwärtig in großer Auszeichnung und Würden.
© circulus saltans puelach • Johannes Schuster • Letzte Änderung: 14. Mai 2015