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Das Münchner Patriziergeschlecht der Barth.

Quellennachweis: Das Wappen der Familie Barth ist nach der Beschreibung in "Die Siegel und Wappen der Münchner Geschlechter, Otto Titan von Hefner, München 1849" und der Wappentafel der Stadt München, die anlässlich des Stadtjubiläums erstellt wurde, nachempfunden.
Münchener Stadtbuch (1868) - Alte Geschlechter Münchens
Die Barth stammen wahrscheinlich aus Augsburg; in mehreren frühen Urkunden werden sie Bürger von Augsburg genannt. Von da übersiedelten sie erst zu Anfang des 14. Jahrhundertes nach München, wo zuerst im Jahre 1318 ein Barth unter den Mitgliedern des Gemeindeausschusses vorkommt. Im Jahre 1346 saß Heinrich Barth schon im innern Rathe. Er starb 1362, liegt in der St. Peterskirche unter dem hinteren Musikchore begraben, und sein noch daselbst an der Wand stehender Grabstein ist der älteste dieser Kirche.
Heinrich der alte Barth, und dessen Söhne Hans, Ulrich, Heinrich und Vitus erbauten in der St. Peters-Pfarrkirche den hl. dre König-Altar, der von seinen Enkeln Hans, Jakob, Peter und Georg im Jahre 1407 mit einem Meßbenefizium dotiert wurde, das noch gegenwärtig besteht.
Ruhmvoll ist das Unternehmen eines Heinrich Barth. Dieser wollte mit Bewilligung des Abtes von Benediktbeuern in den dortigen Gebirgen einen Bergbau eröffnen und auf Metall graben; allein, da ihm dieses mißlang, so legte er im Jahre 1492 mit großen Kosten die großartige Straße nach Italien über den Kesselberg an. Eben dieser Heinrich Barth ließ zur Befestigung der Stadt München am Ende des 15. Jahrhundertes am Neuhauser-, jetzt Karlsthore eine Bastei auf seine Kosten erbauen.
Von einem Barth wurde ein Seelenhaus in der Herzogspitalgasse gestiftet, welches noch gegenwärtig daselbst Hausnummer 6 unter dem alten Namen des Barth'schen Seelenhauses besteht.
© circulus saltans puelach • Johannes Schuster • Letzte Änderung: 14. Mai 2015